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Molybdän Ein zweischneidiges Schwert in der Pflanzenernährung

In der Welt der Bodenkunde und Agrarwissenschaft wird Molybdän (Mo) oft als Außenseiter behandelt. Im Gegensatz zu Stickstoff oder Kalium ist Molybdän ein Spurenelement, das nur in winzigen Mengen benötigt wird. Doch ohne dieses Element bricht das Pflanzenwachstum zusammen.

Eine wegweisende Studie von McGrath et al. (2010) beleuchtet jedoch eine kritische Herausforderung für Landwirte: Der Grat zwischen einer gesunden Pflanze und einem toxischen Bodenumfeld ist schmal und hängt stark von der Chemie Ihres Bodens ab.

Hier erfahren Sie, was Sie über den Nutzen von Molybdän und die versteckten Risiken einer Toxizität wissen müssen.

Die lebenswichtige Rolle: Warum Pflanzen nicht ohne Molybdän leben können

Bevor wir die Toxizität verstehen, müssen wir klären, warum Molybdän überhaupt notwendig ist. Die Forschung zeigt, dass Molybdän als entscheidender Cofaktor für essenzielle Enzyme fungiert:

  1. Stickstoffverarbeitung: Seine Hauptaufgabe ist der Antrieb der Nitratreduktase. Dieses Enzym ist die biologische Maschine, die es Pflanzen ermöglicht, Nitrat aus dem Boden in Proteine umzuwandeln. Ohne ausreichendes Mo kann eine Pflanze in einem Meer aus Stickstoffdünger schwimmen und dennoch verhungern.

  2. Stickstofffixierung: Für Leguminosen (wie den in der Studie verwendeten Rotklee) ist Molybdän unerlässlich für die Stickstofffixierung aus der Luft.

Die Toxizitäts-Falle: Wenn Gut zu Böse wird

Während der Nutzen klar ist, zeigt die Studie „Predicting molybdenum toxicity to higher plants“, dass das Risiko einer Überdosierung höchst variabel ist. Die Forscher entdeckten, dass die exakt gleiche Menge an Molybdän auf einem Feld harmlos, auf einem anderen jedoch verheerend sein kann.

Die Zahlen hinter dem Risiko:

  • Ertragsreduzierung: Die Studie maß den „EC50“-Wert (die Konzentration, die den Ertrag um die Hälfte reduziert).

  • Massive Variation: Die Toxizitätsschwelle variierte je nach Bodentyp um das 66- bis 609-fache.

  • Pflanzenempfindlichkeit: Interessanterweise war der Unterschied zwischen den Pflanzenarten gering (nur etwa 2- bis 38-fach).

Diese Daten beweisen: Der Bodentyp ist der entscheidende Faktor, nicht die Anbaukultur.

Das Sicherheitsnetz des Bodens: Eisenoxide

Was macht einen Boden „sicher“ oder „riskant“? Die Studie identifizierte amorphe Eisenoxide als den wichtigsten Faktor.

Stellen Sie sich Eisenoxide als chemischen Magneten vor. In Böden, die reich an Eisenoxiden sind, bindet Molybdän fest an Bodenpartikel und wird so von den Pflanzenwurzeln ferngehalten. Diese „Sorptionskapazität“ fungiert als Sicherheitspuffer. In Böden mit wenig Eisenoxiden fehlt dieser Puffer, was zu einer schnellen Aufnahme und Toxizität führt.

Der pH-Faktor

Die Studie unterstreicht auch eine einzigartige Eigenschaft von Molybdän: Es verhält sich entgegengesetzt zu den meisten Schwermetallen.

  • In sauren Böden wird Molybdän festgelegt (was oft zu Mangel führt).

  • In alkalischen Böden (hoher pH-Wert) wird Molybdän freigesetzt.

Daher ist Vorsicht geboten, wenn Felder gekalkt werden. Eine Erhöhung des pH-Werts steigert die Bioverfügbarkeit von Molybdän drastisch. Wenn dem Boden der Eisenoxid-Puffer fehlt, kann dies die Pflanzen unbeabsichtigt in den toxischen Bereich treiben.


Referen

McGrath, S. P., Micó, C., Curdy, R., & Zhao, F. J. (2010). Predicting molybdenum toxicity to higher plants: influence of soil properties. Environmental Pollution, 158(10), 3095-3102. https://doi.org/10.1016/j.envpol.2010.06.027

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