- Zellwandbildung
- Transport von Zucker und Hormonen
- Erfolgreicher Blüte und Bestäubung
Diese Prozesse führen zu hochwertigen Früchten. Eine sorgfältige Bor-Management sorgt für nährstoffliches Gleichgewicht und gesundes Wachstum, ohne dass es zu Toxizität kommt, die die Pflanzen schädigen könnte.
Physiologische Rolle von Bor
Bor stärkt die strukturelle Integrität zwischen Pflanzenzellen durch die Bildung von Pektin- und Polysaccharid-Verbindungen, die die Gewebeflexibilität und Festigkeit erhalten. Es trägt auch bei zu:
- Aktivierung von antioxidativen Enzymen
- Bildung von ATP-Molekülen für die Energieübertragung innerhalb der Zellen
Weitere Vorteile:
- Verbesserung des Zuckertransports von Blättern zu Früchten, was den Gehalt an löslichen Feststoffen (TSS) erhöht und Geschmack und Farbe verbessert.
- Erhöhung der Resistenz der Pflanzen gegenüber Umweltstress wie Trockenheit, Hitze und Salzstress.
Einfluss von Bor auf die Obstqualität
Die Studie umfasste Kulturen wie Birne, Traube, Apfel, Tomate, Avocado, Zitrusfrüchte und Beeren und bestätigte, dass präzise Boranwendungen die Qualitätsmerkmale der Früchte verbessern.
1. Verbesserung von Textur und Festigkeit
Bor fördert die Bildung von zellwänden reich an Calcium und Pektin, was festere Früchte ergibt, die mechanisch belastbarer sind.
Beispiel: Bei Apfel reduzierte eine Lösung von Ca (2,5 g·L⁻¹) + B (2 g·L⁻¹) das Auftreten von bitter pit um 35% im Vergleich zu Calcium allein.
2. Verbesserung von Geschmack und Zuckergehalt
Bei Tomate erhöhte die Blattapplikation mit 5,7 mg·L⁻¹ H₃BO₃ den TSS-Wert von 4,63°Brix auf 5,13°Brix, während die Säure (TTA) ausgewogen blieb.
3. Erhöhung von Fruchtansatz und Ertrag
Bei Asiatischer Birne (Pyrus pyrifolia) erhöhte die Blattapplikation mit 300 mg·L⁻¹ H₃BO₃ den Fruchtansatz um +25%.
Niedrig dosierte Wurzelanwendungen (0,5–0,6 kg·ha⁻¹) verbesserten Blüte und Fruchtbildung bei Passiflora edulis.
4. Verbesserung der Stressresistenz
Anwendungen von 200–300 mg·L⁻¹ steigerten die Aktivität von antioxidativen Enzymen (Katalase und Peroxidase) und erhöhten den Vitamin-C-Gehalt in einigen Kulturen um bis zu 18%.
5. Verbesserung von Lagerung und Transport
- Niedrigere Nachernte-Atmungsrate
- Langsamer enzymatischer Pektinabbau
- Verlängerte Marktfähigkeit um 5–7 Tage (Trauben und Pfirsich)
Empfohlene Anwendungsraten
| Kultur | Anwendungsmethode | Konzentration / Rate | Beobachtete Wirkung |
|---|---|---|---|
| Asiatische Birne (Pyrus pyrifolia) | Blattspritzung | 300 mg·L⁻¹ H₃BO₃ | Verbesserte Bestäubung und Fruchtansatz +25% |
| Blaubeere | Blattspritzung | 200–400 mg·L⁻¹ | Erhöhte Festigkeit und TSS +10–15% |
| Tomate | Blatt / Düngung | 5,7 mg·L⁻¹ H₃BO₃ | Verbesserter Geschmack (°Brix +0,5) |
| Avocado (Hass) | Lokale / Wurzelapplikation | 30 g pro Baum | Verbesserte Blüte und Fruchtansatz +20% |
| Apfel | Ca+B-Spritzung | Ca 2,5 g·L⁻¹ + B 2 g·L⁻¹ | Reduzierte Bitterstellen 35% |
| Passiflora (Gulupa) | Bodendüngung | 0,6 kg·ha⁻¹ | Blüte und Fruchtansatz stimuliert |
Toxizitätswarnungen
Toxizität beginnt bei >4–5 mg·kg⁻¹ im Boden oder >100 mg·L⁻¹ bei Blattapplikationen für empfindliche Arten.
Beispiele:
- Zitrus: 100 g/Baum Na₂B₄O₇ → Blattverbrennung und 40% Ertragsverlust
- Erdbeere: >500 mg·L⁻¹ → reduziertes Fruchtgewicht
Regelmäßige Boden- und Gewebeanalyse vor Feldapplikation ist entscheidend.
Praktische Empfehlungen
- Regelmäßige Blattanalyse zur Bestimmung des Borstatus.
- Reduzierung der Dosen in sandigen oder trockenen Böden.
- Spritzung vor der Blüte und zu Beginn des Fruchtansatzes.
- Keine Mischung von B-Düngern mit Natrium- oder Chlorprodukten.
- Verwendung von niedrigsalzhaltigem Wasser (<2 dS/m) für Spritzlösungen.
- Überwachung von Toxizitätssymptomen: Gelbfärbung, Blattkräuselung, verbrannte Blattränder, Absterben der Triebspitzen.
Fazit
Bor ist klein in der Menge, aber stark in Wirkung:
- Verbessert das Nährstoff- und physiologische Gleichgewicht
- Erhöht Festigkeit und Widerstandsfähigkeit der Früchte
- Verbessert Geschmack und Zuckergehalt
- Stärkt die Stressresistenz
- Verlängert Lager- und Transportfähigkeit
„Bor ist kein landwirtschaftlicher Luxus; es ist ein präziser wissenschaftlicher Schritt zur Verbesserung der Erntequalität und des Marktwertes.“
Referenz
Álvarez-Herrera, J. G.; Jaime-Guerrero, M.; Fischer, G. (2025).
The Effect of Boron on Fruit Quality: A Review. Horticulturae, 11(8), 992.
https://doi.org/10.3390/horticulturae11080992




