Kupfer (Cu) gehört zu den essenziellen Mikronährstoffen, die Pflanzen nur in sehr geringen Mengen benötigen – jedoch entfalten selbst minimale Defizite erhebliche Folgen für Wachstum, Stoffwechsel und Ertrag. Moderne landwirtschaftliche Böden, insbesondere intensiv bewirtschaftete Flächen, weisen häufig Cu-Mangel oder eine eingeschränkte Verfügbarkeit aufgrund hoher pH-Werte oder organischer Bindungen auf.
Eine neue wissenschaftliche Studie untersuchte die Wirkung eines innovativen Kupfer-Saccharose-Komplexes auf Winterweizen (Triticum aestivum L.) und zeigt, wie diese Formulierung die Nährstoffaufnahme, Photosyntheseleistung und letztlich Ertragsparameter verbessert.
Warum benötigen Pflanzen Kupfer?
1. Photosynthese und Energieumwandlung
Kupfer ist ein integraler Bestandteil wichtiger Enzyme, darunter Plastocyanin – ein zentrales Protein der Elektronentransportkette.
Cu-Mangel führt zu:
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verringerter Elektronenübertragung
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reduzierter Chlorophyllbildung
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blassen oder gelblichen Blättern
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geschwächter Gesamtvitalität
2. Wachstum, Zellteilung und Struktur
Kupfer trägt zur Stärkung der Zellwände bei und ist wichtig für:
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Ligninbildung
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Stabilität der jungen Triebe
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Regulierung von Wachstumshormonen
3. Abwehrmechanismen der Pflanzen
Cu ist an antioxidativen Enzymen beteiligt (z. B. Cu/Zn-Superoxiddismutase) und schützt Pflanzen vor:
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oxidativem Stress
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Trockenstress
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Krankheitserregern
Was macht den neuen Copper–Sucrose-Komplex besonders?
Die Studie zeigte, dass die Kombination aus Kupfer + Saccharose die Aufnahme und Verlagerung von Cu in der Pflanze deutlich verbessert. Die Saccharose fungiert als Ligand, der Kupfer stabil bindet und dessen Transport durch die pflanzlichen Membranen erleichtert.
Hauptvorteile des Komplexes laut Ergebnissen:
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höhere Cu-Mobilität in Wurzel und Spross
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verbesserte Enzymaktivität
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Förderung der Photosynthese
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stärkere Biomasseentwicklung
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messbare Qualitätssteigerung der Körner
Wichtigste Ergebnisse der Studie zum Winterweizen
1. Verbesserte Nährstoffaufnahme
Pflanzen, die mit dem Copper–Sucrose-Komplex behandelt wurden, zeigten:
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signifikant höhere Cu-Konzentrationen in den Blättern
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effizientere Verteilung von Cu zu den Wachstumszonen
2. Steigerung der physiologischen Aktivität
Die Studie dokumentierte:
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Zunahme der Photosyntheserate
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Aktivierung kupferabhängiger Enzyme
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stärkere antioxidative Kapazität
3. Ertrags- und Qualitätsvorteile
Die behandelten Weizenpflanzen lieferten:
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höhere Kornzahl pro Ähre
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verbesserte Tausendkornmasse (TKM)
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höhere Gesamtbiomasse
(Die konkreten Werte variieren je nach Versuchsbett, Anbaubedingungen und Aufwandmenge, die Studie bestätigt jedoch einen klaren statistischen Vorteil zugunsten des Kupfer–Saccharose-Komplexes.)
Empfohlene Anwendung (basierend auf Studienbedingungen)
Die Forschung verwendete moderate Kupfermengen in Form des neuen Komplexes. In ähnlichen landwirtschaftlichen Anwendungen werden üblicherweise Cu-Aufwandmengen im Bereich von 100–300 g Cu/ha empfohlen, abhängig von Bodenanalysen und Pflanzenbedarf.
Da die Studie eine verbesserte Effizienz der Aufnahme zeigt, kann dieser Komplex eine wirksamere Kupferquelle bei geringeren Aufwandmengen darstellen.
Praktische Vorteile für Landwirte
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bessere Entwicklung bei frühen Wachstumsstadien
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erhöhte Toleranz gegenüber Stress und Krankheiten
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Steigerung der Kornerträge und Qualität
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verbesserte Nährstoffeffizienz des Düngers
Fazit
Kupfer spielt eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel, der Strukturentwicklung und der Stressresistenz von Pflanzen. Die neue Form des Copper–Sucrose-Komplexes stellt eine vielversprechende, hochverfügbare Kupferquelle dar, die die Nährstoffaufnahme, die physiologische Aktivität und die Qualität sowie den Ertrag von Winterweizen deutlich verbessern kann.
Diese Erkenntnisse sind besonders wertvoll für Böden mit niedrigen Cu-Gehalten und für Landwirte, die gezielt Effizienz und Produktqualität steigern möchten.
Referenz
Investigation of the Effect of a New Type of Copper–Sucrose Complex Compound on the Yield and Quality Parameters of Winter Wheat (Triticum aestivum L.).
Agronomy, 2025.
https://www.mdpi.com/2073-4395/15/7/1506


